Tambourcorps Freienohl


Das Tambourcorps wurde am 16. Juni 1932 von den Gründern Gregor Trompetter, Kaspar Holzgrewe, Gustav Koreis, Willi Rebbe, Kaspar Altenwerth und Emil Gerke ins Leben gerufen. Der erste Tambourmajor Emil Ortmann leitete den ersten öffentlichen Auftritt des 14-köpfigen Tambourcorps beim Emmausgang 1933 zum Lattenberg.

In der Zeit des nationalsozialistischen Regimes beschlagnahmte die SA alle Trommeln undFlöten, die jedoch später zurückgegeben wurden. Versuche der SA, das Tambourcorps wie viele andere Gruppierungen gleichzuschalten oder als Sturmkapelle zu missbrauchen, scheiterten an dem Widerstand der Mitglieder. Auch die geplante Umbildung in ein freies Tambourcorps wurde ebenso wenig akzeptiert, wie der Anschluss an den Turnverein. Die Vereinsführung verhinderte eine neue Beschlagnahme der Instrumente durch den Verkauf an ein Mitglied des Gesellenvereins, welcher diese natürlich zur Verfügung stellte. Nach den Wirren der Kriegsjahre 1949 zählte das Corps 12 – 14 Spieler unter Tambourmajor Helmut Timmermann und erholte sich sehr schnell. Die „Knüppelmusik“ wurde wieder fester Bestandteil des Freienohler Vereinslebens. 1951 wechselte die Leitung nach Karl Gebhardt, der die Aufbauarbeit erfolgreich für die derzeit 11 Spieler bis 1952 weiter fortsetzte und anschließend die Vereinsführung an Josef Göckeler übergab.

 

Durch intensivere Probenarbeit stellten sich bald erste Erfolge bei Wettstreiten ein, was auch andere umliegende Ortschaften anregte, das Tambourcorps als Bereicherung für ihre Schützenfeste zu engagieren. In dieser Zeit drohte trotz beginnender Erfolge, 1954-55, die Auflösung des Vereins, denn mehrere ältere Spieler beendeten ihr aktives Mitwirken.
Ein Kraftakt einiger Mitglieder (Werner Neise, Winfried Brandenberg, Walter Geißler, Helmut Geißler und Dieter Pöttgen) konnte das Ende verhindern, indem sie mehrere junge Leute für die Marschmusik begeisterten und für den Verein gewinnen konnten. Franz Kühle wurde neuer Tambourmajor, da auch Josef Göckeler seine aktive Zeit beendete.
1956 erlebte das Tambourcorps mit frischem Wind einen neuen Aufschwung. Bei vielen Tambourwettstreiten errang der Verein beachtliche Erfolge.
Auch das Jagdhornblasen gehörte zur Musik des Corps.

 

1967 löste der jüngste Spieler Heinz Eickelmann den aus beruflichen Gründen ausscheidenden Franz Kühle als Tambourmajor ab.
Heinz Eickelmann wurde sofort von allen Spielern als Leiter und Tambourmajor akzeptiert.
Nicht besonders gute Plazierungen bei Teilnahmen an verschiedenen Wettstreiten machten deutlich, dass der Leistungsstand verbessert werden musste. Der erste Schritt war die Anwerbung von fünf Mädchen und 18 Jungen, die sich dazu entschlossen, die Spielmannsmusik zu erlernen.

 

Es entstand ein Jugendtambourcorps, das 1970 nach eineinhalb Jahren Probearbeit, erstmals öffentlich beim Schützenfest auftrat. Die nun entstandenen finanziellen Schwierigkeiten fing die Gemeinde Freienohl durch Bürgermeister Clemens Staudinger auf, da die geleistete Jugendarbeit sehr anerkannt war.
Bereits 1972 gründete der Verein mit 15 Mädchen und 1 Jungen eine weitere Jugendgruppe; 1974 traten wieder 21 Mädchen und 2 Jungen bei. Die Ausbildung wurde vereinsintern durchgeführt. 1978 war es wieder möglich, an Wettstreiten mit Erfolg teilzunehmen, Jugendtambourmajor war zu dieser Zeit Klaus Höhmann. Die Wertungsrichter belohnten die Probearbeit. Besonders Willi Sonnenschein, der seit einigen Jahren die Ausbildung im Bereich der Flötisten übernommen hatte, war der Erfolg zu verdanken. Beim Wettstreit in Altenhundem gelangen dem Verein 7 erste Plätze.

 

1980 nahm das Tambourcorps weitere 35 Mädchen und 11 Jungen auf. Zum 50-jährigen Bestehen des Tambourcorps Freienohl zählte man 100 Spielerinnen und Spieler.